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Gartenkunsttherapie

Es geht mir v.a. darum, eine theoretische Grundlage zur kunsttherapeutischen Erschließung des Topos Garten zu erarbeiten. Dabei habe ich mich dem Phänomen des Gartens aus unterschiedlichen Perspektiven genähert. Dieser interdisziplinäre Zugang besteht sowohl in kulturgeschichtlichen, philosophischen, anthropologischen, kunsttheoretischen als auch in psychologisch-therapeutischen Aspekten. Als psychologische Bezugsrahmen dienen mir vor allem die erweiterte analytische Psychologie sowie die Pränatalpsychologie.

Der Garten ist ein universelles Phänomen in der Kulturgeschichte des Menschen und hat eine immense Bedeutung für die Entwicklung sowohl agrarischer Technik als auch der Kunst. Dabei wird ein spezielles Augenmerk auf die stetig wiederkehrende archetypische Gestaltung des Gartenkreuzes gelegt, das in die von C. G. Jung  analysierte Mandalasymbolik einzureihen ist.
Dieser universelle Archetyp wird von mir pränatalsymbolisch gedeutet. Ich stelle die These vom Topos Garten, dem verlorenem Paradies, als Symbol des Lebens im Mutterleib auf.
Der Topos Garten enthält folgende Elemente, die als archetypische Symbole gedeutet werden können; Umgrenzung, Baum, Brunnen, Grotte und Labyrinth.
Der Garten als zentrales Kulturprodukt des Menschen und menschliche Kultur allgemein werden als symbolische Reinszenierungen des pränatalen Lebensraums verstanden, welche dem Menschen das Gefühl von Sicherheit und Beheimatung verschaffen und das reale Überleben in einer bedrohlichen Umwelt, an die das Wesen Mensch von Natur aus nicht genügend angepasst ist, sichern. 

Ich betrachte das Verhältnis des Menschen zur Natur, bzw. den Gegensatz von Natur und Kunst auf eine grundsätzliche, philosophische Weise. Im Wesentlichen geht es mir darum, dem seit ein paar Jahrtausenden vorherrschenden Weltbild der dualistischen Opposition von Mensch und Natur ein dialektisch-ganzheitliches Verständnis gegenüberzustellen, das die Naturbedingtheit des Menschen, seines Geistes, seiner Kultur und Kunst und sein Eingebundensein in natürliche Zusammenhänge wieder ins Bewusstsein ruft. Dazu gehört ein spezifischer Kunstbegriff, in dem Kunst als eine dialektische Synthese der gegensätzlichen Pole im Menschen verstanden wird. Auch und besonders das Kunstprodukt Garten entstammt meiner Ansicht nach einer natürlich vorgeprägten, aus dem pränatalen Erleben stammenden Sehnsucht nach einer Reunion des Geistwesens Mensch mit der Natur, kann also als Integrationsmacht dienen. 

Die dualistischen phylogenetischen Tendenzen der Ablösung des Menschen aus dem Naturzusammenhang werden auf die gegenwärtige innerpsychische Struktur des Individuums projiziert. Nach meinem Verständnis von Psychotherapie geht es darum, pathogene dualistische Spaltungen im psychosomatischen System der Individuen durch dialektische Integration zu überwinden.
Damit soll nicht gesagt werden, das Spaltung bzw. Dualismus schlechter ist als dialektische Integration; vielmehr sind beides wiederum Pole der umfassenden Dialektik der Lebenskräfte, die in ihrem rhythmischen Pulsieren den Fluss des Lebens ermöglichen, denn: ohne Spaltung keine Integration. Pathogen wird eine Spaltung erst, wenn sie stagniert, aufrecht erhalten wird, der Austausch, die Kommunikation zwischen den Polen blockiert wird und es nicht durch erneute Integration zu einer höheren Komplexität und damit zur Weiterentwicklung des Gesamtsystems kommt.

Die konkreten kunsttherapeutischen Anwendungsvorschläge  sind knapp gehalten und beziehen sich auf rezeptive Kunsttherapie, das Imaginationsverfahren des katathymen Bilerlebens und Maltherapie mit dem Gartenmotiv, die Anlage eines neuen Gartens sowie die Pflege eines vorhandenen Gartens

Unter methodischen Gesichtspunkten muss man die gesamte Argumentation als hermeneutisch bezeichnen. Das assoziative Analogieprinzip, das in der Wissenschaftsgemeinde, wo man auf dem alleinigen Herrschaftsanspruch des logischen Kausalprinzips beharrt, als nicht zulässig angesehen wird, ist mir dabei ein wichtiges Instrument zur Erkenntnisgewinnung. Ich legitimiere dieses Vorgehen jedoch theoretisch. Dabei lasse mich von der Strömung des iconic turn des postmodernen Wissensdiskurses leiten, der das Bild ins Zentrum des Interesses rückt und es verstehbar, d.h. dem Denken zugänglich machen will.
Es geht mir darum,  in dialektisch-ganzheitlicher Integration das Symbol rational verstehbar zu machen und die Ratio symbolisch zu erfassen.

 

 

 

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Johanna Schacht | joh_schacht@web.de